sprachsalz mit Otto!!!!

Hoch-Zeit

am 17. Juli 2009

Heinz D. Heisl & Magdalena Kauz
in Hausach in Schwarzwald, Ort des Leselenzes
hochzeit

und wenn ihr noch mehr sehen wollt,
http://www.panoramastudio.de/eventbilder/Hochzeit/index.html
herzlich Magdalena

Magdalena Kauz

Arbeite seit 20 Jahren als Mitarbeiterin des Schweizer Fernsehens SF in vielen Sendungen und seit zehn Jahren als Aus-und Fortbilderin für Fernsehjournalismus. Lebe im Moment hauptsächlich in Zürich. Organisiere in Hall in Tirol gemeinsam mit Heinz D. Heisl, Robert Renk, Elias Schneitter, Valerie Besl und Max Hafele das jährliche Literaturfestival „Sprachsalz“. Schreibe im Traum.

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neuestes Buch:
derhutdaswasserdieliebe
"Der Hut das Wasser die Liebe" 2008 Erzählung Kyrene Verlag Innsbruck


zu den Rezensionen: Hier

zu Veranstaltungen und Lesungen: hier

Entwürfe Nr. 57

Soeben erschienen In der Literaturzeitschrift entwürfe zum thema "durst": Der Text "Beim Wort genommen". Der Text ist in der Zeitschrift zu finden (wird hier erst später gepostet), das Scrabble, das dem Text zugrunde liegt, ist dieses.

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Ausserdem ebenfalls in Entwürfe: Rezension zum Buch "der Hut, das Wasser, die Liebe" von Lea Müller.

Für Gert Jonke an diesem ganz besonders traurigen Tag, 4.1.09

innsbruck, bahnhof
(für G. J.)

an einem dieser
heissen sommertage
sagt ein mann
zur frau
als der zug einfährt

wo ist denn nun der anfang?
am ende?



17.1.2006

Besprechung

von "der Hut das Wasser die Liebe" in der Wiener Zeitung von Markus Bundi. Hier

und ebenso in der Aargauer Zeitung vom 25.7.08.

Rezension Anna Rottensteiner, Literaturhaus Innsbruck

hier


oder so:

Magdalena Kauz: der hut, das wasser, die liebe. Erzählung
Kyrene Verlag 2008


Magdalena Kauz’ Erzählung lässt sich als zeitgenössische und literarische Annäherung an das Thema „Paare“ lesen. Als moderne Variante der märchen-haften Suche nach dem Glück. Selbstverwirklichung, Rebirthing, Kinderwunsch, Berufstätigkeit, Liebe, Single-Dasein – alles scheint möglich zu sein, irgendwie, und gerade deshalb: Wenn alles möglich ist, was will man wirklich?
Die Ich-Erzählerin, eine namenlose Frau, ist erfolgreiche Hutmacherin mit eigenem Atelier. Sie kreiert „Hüte mit bunten Federn, die traurige Frauen lustiger aussehen lassen.“ Sie liebt das Organische, Pflanzen, Tiere; eine Maus ist nur ihr bekannte Mitbewohnerin im Atelier, die ihr Reich, so imaginiert die Ich-Erzählerin, mit Fäden und Knöpfen ausschmückt. Der Partner der Ich-Erzählerin ist Architekt, er liebt klare Linien und Formen und hasst Grün in jeglichen Varianten, was wiederum ihre Lieblingsfarbe ist. Ein Paar, unterschiedlich und dennoch zusammen. Bis sich bei ihr der Verdacht einschleicht, er betrüge sie.
Da ist das alte Bauernpaar, das in seiner alltäglichen Eintracht in der Ich-Erzählerin ein vages Gefühl nach Glück weckt. Modern und selbst-reflexiv wie sie ist, enttarnt sie es selbst sofort als Illusion.
Da ist das Paar, das sie auf ihrer Reise, auf der sie sich Klarheit über ihre Beziehung verschaffen will, vom Fenster ihres Hotels aus beobachtet. Der Künstler, der ihr von seinen Paar-Verhältnissen erzählt. Die Erinnerungen an die Paar-Konstellation von Mutter und Vater.
„Mal aus der Subjektiven, mal sehe ich mich selber von außen.“ An dieser Schnittlinie entlang bewegt sich die Bewegung der Erzählung. Quadrate und Rechtecke – Ausschnitte der Welt, eingefangen in geometrisch exakte Formen, durchziehen dabei die ästhetische Konstruktion der Erzählung, sei es das Quadrat des Atelierfensters oder das Rechteck des Fernsehers, durch die die Welt zur Ich-Erzählerin dringt. Eine Konstruktion, die am Brotberuf der Autorin geschult ist: als Filmemacherin wesentliche Bilder in ihrer Konzentriertheit festzuhalten und dort, wo es nötig ist, Schnitte zu setzen und neu zusammenzufügen. Reflexive Sequenzen, Träume, Beobachtungen und Erzähltes fügen sich so zu einem Mosaik zusammen, das von der Prägnanz und Kürze des Ausdrucks lebt, in dem ein Steinchen der Bedeutung des Anderen eine neue Variante oder Variation hinzufügt. Distanz und Engführung halten sich dabei die Waage.
Soweit erhellen sich die ersten beiden titelgebenden Wörter: der Hut, konkret der Beruf der Ich-Erzählerin, der aber auch Metapher für den Schutz des Kopfes gelesen werden kann, und die Liebe: thematische Klammer der Erzählung. Was aber hat es mit dem Wasser auf sich? Gegen Ende der Erzählung macht sich die Erzählerin in einen verwunschenen Wald auf und trifft dort bei einer Quelle den „Wassertrinker“, dessen Lebensinhalt in der leidenschaftlichen Verkostung von Wasser besteht. Ihm begegnet sie wieder, nachdem sie sich, nach Hause zurückgekehrt, von ihrem Lebenspartner trennt und ein neues Leben beginnt: vor dem Bild „The End and the Beginning“ des amerikanischen Künstlers Eric Fischl. Wasser als ursprüngliches Element, dessen Qualität sich in ein absolutes „Schlecht“ oder ein ebenso fragloses „Gut“ einteilen lässt. Ist dasselbe bei der Liebe möglich?
Eine Frage, die sich die Ich-Erzählerin stellt, auf die aber wohl jeder selbst seine Antwort finden muss.

Anna Rottensteiner

Rezension Helmuth Schönauer 16/06/08

TIROLER GEGENWARTSLITERATUR 1079
der Hut, das Wasser, die Liebe


Wie lassen sich so lebenswichtige Dinge wie ein Hut, das Wasser und die Liebe unter einen Hut bringen? Funktioniert es vielleicht so nach dem Spiel „Schere, Stein Papier?“
In der Erzählung von Magdalena Kauz kommen die Dinge des Lebens sehr vorsichtig frei gekratzt zum Vorschein. Oft wird etwas nur angedeutet, ab und zu sieht man nur einen Ausschnitt, manchmal gibt es keinen zweiten Satz, wenn der erste schon üppig genug ist.
Eine Hutmacherin verbringt ihre Arbeitszeit in ihrer kleinen Filzwerkstatt, zwischendurch blickt sie durch das Fenster hinaus wie durch ein Kamera-Objektiv, manchmal macht das Bild tatsächlich klick, wenn die Proportionen stimmen. Allmählich leistet sich die Erzählerin eine Ich-Perspektive und kommentiert in kleinen Bemerkungen die Vorgänge in der großen und kleinen Welt.
„Ob sich manche Frauen deshalb schlagen lassen, um Hände zu spüren?“ (12)
Der Freund der Erzählerin arbeitet in der Baubranche, freut sich, wenn sichtbar was weiter geht und hat eine Freundin. Ab und zu schaut die Hutmacherin an seinem Handy-Display nach, was Sache ist, während der Bau-Mann schläft.
Die Erzählerin ist es gewohnt, dass nicht immer alles so ist, wie es gesagt wird. Ihr Vater ist gleich einmal abgehauen, der Reservevater hat ihr seinen Namen drüber gestülpt, die wichtigen Dinge werden nie besprochen. Letztlich ist es egal, ob ihr Freund eine Freundin hat, die Kurznachrichten am Display sind immer poetisch, aber auch ein wenig verlogen. Zwischendurch ist alles ein semantischer Filz, mit dem man bestenfalls einen Hut machen kann.
Einmal nistet sich eine kluge Maus im Atelier ein, sie nimmt nur Filzreste zum Bau des Nestes und lässt die Hüte in Ruhe. Aber die Putzfrau stellt eine Mausefalle auf und beseitigt damit die kluge Maus. Hätte man der Putzfrau einen Wink geben sollen, die Maus in Ruhe zu lassen, soll man die Karten aufdecken, wenn man in einer Dreiecksgeschichte ein gutes Blatt hat?
Auf einem Spaziergang taucht dann noch der Wassertrinker auf, echtes Wasser muss man aus der hohlen Hand trinken, heißt sein Credo.
Die Hutmacherin verlässt dann doch ihren Bau-Menschen, mietet sich hinter dem Atelier zwei Zimmer an und führt Wohn- und Arbeitssinn zusammen.
Magdalena Kauz erzählt in einer fast fröhlich verknappten Sprache vom Ablauf der Beziehungen, dem Zusammenspiel der Lebenselemente und von den kleinen Handgriffen, die es braucht, um mit der glatten Schale der Sehnsüchte ein Auskommen zu finden. Wunderbar still, zurückgenommen und elementar klar kommen hier der Hut, das Wasser und die Liebe zusammen auf eine Linie, die plötzlich Sinn macht.

Magdalena Kauz, geb. 1963, lebt in Zürich.
Helmuth Schönauer 16/06/08


Helmuth Schönauer
Universitäts- und Landesbibliothek Innsbruck
Öffentlichkeitsarbeit / PR und Ausbildung
Büro für Öffentliches Bücherei- und Bibliothekswesen
Innrain 50
6020 Innsbruck
helmuth.schoenauer@uibk.ac.at

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